Dauer: 15 Minuten
Uraufführung: 1999, Linz - Brucknerhaus (Quartett Ambassador)


Mit lang gehaltenen dunklen Tönen des Violocellos und einem wiederkehrenden fragenden kleinen Terzschritt beginnt Werner Steinmetz' erstes Streichquartett. Ratlos geben die Instrumente Antwort. Aus der Terz entwickelt sich der Beginn eines melodischen Verlaufs, der nun quasi als „Hauptthema" in raschem Tempo als dialogisierendes Miteinander gestaltet ist. Verdichtung in eine nahezu orchestrale Flächigkeit. Rücknahme. Neue Ungewissheit. Ein Quasi-Stillstand, durch Einwürfe des Cellos gebrochen, beendet vorerst die Materialvorstellung. Abermals setzt die rasche gemeinsame Bewegung ein und rundet diesen Abschnitt.
Mit ruhig fließenden Haltetönen und wie Fragen anmutenden Intervallbewegungen erfolgt eine Attacca-Überleitung in einen verinnerlichten Teil. Wehmut, Trauer scheinen die Oberhand zu gewinnen, doch das Anziehen des Tempos lässt keinen Raum für bleibende Resignation. Erneute Beruhigung. Ersterben. Die Terz des Beginns setzt ein, nunmehr handelt es sich jedoch um eine große Terz, womit vage eine Moll-Dur-Entwicklung angedeutet ist. Die Versuche der Antworten durch die Mitspieler werden wieder aufgegriffen. Doch das resignative Element erhält keine Durchsetzungskraft mehr zugebilligt: Ein kurzer strettaartiger Aufstieg führt zum gemeinsamen Schlussklang.

Christian Heindl